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Unsere Absichten:
» Bekämpfung von Rassismus und Antisemitismus im Umfeld des Vereins
» Sensibilisierung der Fanszene, der Mannschaft und der Vereinsführung für die Thematik
» Anregung der Fanszene zur Zivilcourage im Stadion
» Umsetzung antirassistischer Standards (Stadionordnung, Vereinssatzung)


Aktuelles:
Rassismus ist kein Fangesang-Niggis jetzt "im Handel"

Ab sofort könnt Ihr im Fanprojekt Dresden auf der Löbtauer Straße die schwarzen "Rassismus ist kein Fangesang"-Shirts, die auch die Mannschaft zur FARE-Aktionswoche getragen hat, käuflich erwerben. Die Menge ist sehr limitiert und für den Preis von 10€ erhältlich. Zeigt Flagge!

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1 geiler Fanzug, 3 Punkte, 4 Tore - ein rundherum gelungenes Wochenende?

Ja was war das denn? Da schießen unsere Goldfüße doch glatt mal mehr als doppelt soviele Tore wie in allen Auswärtsspielen dieser Saison zusammen und sorgen damit für einen Rekordauswärtssieg gegen Jena. Grandios.

Auch Abseits des Spielgeschehens scheint auch wirklich alles super geklappt zu haben. So sieht es zumindest auch unser Verein. "Fanzug nach Jena: Premiere gelungen. [...] Der Zug zwischen Dresden und Jena blieb unbeschädigt und ohne nennenswerte Verschmutzungen, es gab keinerlei negative Vorkommnisse – im Gegenteil: Friedlich und gesittet stimmten sich die Schwarz-Gelben auf der Hinfahrt auf das Derby ein und feierten auf dem Rückweg den beeindruckenden 4:0-Erfolg ihrer Mannschaft." heißt es da (http://tinyurl.com/yaxbl9x). Auch die Fans in den verschiedenen Internetforen scheinen nur Positives berichten zu können. Ein rundherum gelungenes Wochenende also? Mitnichten.

Uns erreichen einige Hinweise auf rassistisches Verhalten von einigen unserer Fans, welches teilweise sehr massiv gewesen sein sollen. Dies deckt sich auch mit unseren eigenen Erfahrungen vom Samstag. Hier nur einige Beispiele:

- massives Singen von "Zick zack, Zigeunerpack" im Gästeblock während des Spiels
- "Juden - Jena" - Rufe während des Spiels
- "Es steht an jeder Ecke, Jena verrecke, es steht an jedem Haus, Ausländer raus!" wird auf der Zugrückfahrt skandiert
- zurück im Dresdner Bahnhof wird das "U-Bahn - Lied" angestimmt
- Polizei wird mit "Scheiß - Türken" beschimpft

Vor diesem Hintergrund wirkt die Erklärung des Vereins ("Das beispielhafte Benehmen im Fanzug nach Jena sollte allen Dynamo-Anhängern auch in Zukunft als Beispiel für ihre Fahrten zu Heim- oder Auswärtsspielen dienen.") als blanker Hohn.
Wir haben nichts gegen eine gepflegte Beleidigungskultur, da gerade der Fußball mit seinen Emotionen in unserer heutigen Welt eine Insel ist, auf der man noch emotional agieren kann. Es darf aber nicht sein, dass dies in rassistische, antiziganistische und ausländerfeindliche Parolen übergeht. Es kann ebenfalls nicht sein, dass dieses Verhalten von vielen Seiten totgeschwiegen wird. Weder auf "Vereinsseite" noch in den Medien der Fans wird dazu Stellung bezogen. Dies ist ein Armutszeugnis, nicht nur für den Verein, sondern auch für eine Fanszene, die als mündig gelten und auch in der Öffentlichkeit ernst genommen werden möchte. Ohne Selbstkritik und Diskussion über eigenes Fehlverhalten brauchen wir nicht mit dem Finger auf andere zeigen und uns als mediales Opfer hinstellen.

Wir hoffen mit dieser Stellungnahme die Sensibilität gegenüber rassistischem Verhalten innerhalb unser Fanszene zu steigern. Auch der Verein soll damit animiert werden, realistische Zusammenfassungen zu veröffentlichen. Es nützt niemandem etwas, wenn wir von Außenstehenden Objektivität verlangen und gleichzeitig unsere eigene Situation nicht real einschätzen können.

Also, freut euch auch in Zukunft über sportliche Erfolge ohne die Schattenseiten zu ignorieren. Damit es in Zukunft vielleicht tatsächlich einmal heißen kann: "Es gibt keinen Grund für irgendwelche Beanstandungen."

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Zwei Bilder und ihre Geschichte

Die sportliche Krise nebst Trainerentlassung ging auch an uns nicht spurlos vorbei. So hatten auch wir zwei Termine mit der Mannschaft. Einmal mit Ruud Kaiser und einmal ohne. Da der Verein anlässlich der FARE - Aktionswoche keinen entlassenen Trainer auf einem Mannschaftsfoto im „Kreisel“ haben wollte, wurde der komplette Fototermin wiederholt. Dies ist nicht sonderlich überraschend und auch keine Wertung unsererseits. Wir sehen uns jedoch nicht an solche Zwänge gebunden und veröffentlichen hiermit noch ein Foto für alle Sympathisanten unseres sympathischen Ex-Trainers. Übrigens: Die von der Mannschaft getragenen T-Shirts sind nur noch für kurze Zeit für 10€ pro Stück im Fanshop erhältlich!


1953international zur FARE – Aktionswoche 2009

Als Fan unserer SGD hat man ja im Moment einiges auszuhalten. Sportlich sieht es alles andere als rosig aus und mit der Trainerentlassung des, trotz fehlenden Erfolgen, äußerst beliebten Ruud Kaiser bricht etwas weg, was wir über das letzte Jahr sehr schätzen gelernt haben. Nun heißt es aber nicht den Kopf hängen zu lassen, sondern nach vorne zu schauen. Und da sehen wir auch schon in kurzer Entfernung die internationale Woche der FARE – Aktionen, bei der auch wir uns wieder beteiligen möchten.

Was ist genau ist eigentlich FARE? F(ootball) A(gainst) R(acism) in E(urope) ist ein europaweites Netzwerk von Organisationen, die sich gegen Rasismus und Fremdenfeindlichkeit im Fußballsport einsetzen. Einmal jährlich im Oktober sind alle Protagonisten des Fußballsports aufgefordert, Flagge im Kampf gegen die genannten und leider immer noch weit verbreiteten Phänomene zu zeigen.

Auch der DFB ist im Rahmen der FIFA Partner des FARE – Netzwerkes und unterstützt durch verschiedene Aktionen die FARE – Aktionswoche. Dieses Engagement ist durchaus löblich, jedoch schätzen wir von 1953international die Wirkung von „aufgesetzten“ Aktionen von „oben“ nicht besonders hoch ein. Deshalb sind wir bestrebt, selbst zur Aktionswoche tätig zu werden, um somit unserem Verein im Rahmen von verschiedenen Aktionen eben den individuellen Anstrich zu geben, den unsere gesamte Fanszene auszeichnet. Wir wollen uns damit nicht nur abheben, sondern erhoffen uns auch nach innen eine höhere Wirksamkeit. Denn noch immer sind bei Dynamo Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zwar nicht an der Tagesordnung, jedoch immer wieder anzutreffen. Zugegeben, es gab Zeiten, in denen es diesbezüglich im Stadion wesentlich trauriger aussah und insgesamt kann man unserer Fanszene als auch der Vereinsführung bescheinigen, dass man auf einem guten Weg ist. Aber an einzelnen Begebenheiten kann man erkennen, dass noch immer gewisse rassistische Tendenzen vorhanden sind, welche sich bei passender Gelegenheit ihre Bahn brechen. Nur als Beispiel sei dafür das Auswärtsspiel bei Union Berlin in der letzten Saison genannt. Jeder, der sich in der großen Fangruppe vom Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen zum Jahn-Sportpark bewegte, konnte sehen, welches fremdenfeindliches Potential leider immer noch in vielen Köpfen schlummert. In der aktuellen Saison sind wir von solchen Szenen zum Glück bisher weitgehend verschont geblieben. Wenn man sich allerdings die Klamottenauswahl einiger Fans anschaut, stellt man fest, dass das Potenzial weiter vorhanden ist. Außerdem muss man sich auch fragen ob ihnen das „Zur-Schau-stellen“ ihrer politischen Gesinnung wichtiger ist, als das Bekenntnis zu schwarz-gelb.

Ja, wir haben als Fans der SGD durchaus auch andere Probleme als Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, welche dringlicher erscheinen als die hier genannten. Aber wir als Fans der SG Dynamo Dresden sind es auch gewohnt, viele Probleme gleichzeitig zu haben und sind dennoch immer wieder aufgestanden. Deswegen sollten die genannten Probleme offensiv benannt und auch angegangen werden. Wenn ihr also rassistische Tendenzen im Fanumfeld bemerkt, so sagt offensiv was ihr davon haltet. Nämlich gar nichts! Rassismus und Fremdenfeindlichkeit haben im Fußball nichts zu suchen. Auch nicht als Beleidigung des Gegners, denn selbst da gibt es wesentlich kreativere Möglichkeiten. Also schaut und hört nicht weg, wenn ihr etwas bemerkt, sondern sucht euch gleichgesinnte Personen und geigt Rassisten im Stadion die Meinung. Die Mannschaft hat mit dem Mannschaftsfoto bereits Flagge gezeigt! Jetzt könnt ihr euch hinter sie stellen!
Eine Mannschaft hinter der Mannschaft! Auch gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit!

P.S.: Zeigt Flagge: die T-Shirts der Mannschaft mit der Aufschrift „Rassismus ist kein Fangesang“ sind ab dem 15. Oktober im Fanshop für 10€ erhältlich.

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Vorfälle zum Spiel bei Union

Auf dem Weg der Zugfahrer vom Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen zum Jahn-Sportpark sowie auf dem Rückweg kam es zu massiven rassistischen Rufen von Fans unseres Vereins. Es wurden vielfach türkenfeindliche, aber auch antisemitische Parolen und Gesänge angestimmt.

Anstatt unsere Mannschaft und unseren Verein lautstark zu unterstützen, hatte ein großer Teil unserer Fans nichts Besseres im Sinn, als die in Berlin lebenden Menschen lautstark rassistisch zu beschimpfen. Die Anzahl der Zugfahrer und die dazugehörige pyrotechnischen Einlagen vermittelten ein sehenswertes Gesamtbild von der Vielfalt unserer Fanszene. Es kann jedoch nicht sein, dass dieses Bild von einigen Fans für ihre Zwecke missbraucht wird.

Wir fahren wegen Dynamo zu den Spielen und nicht, um Menschen rassistisch zu bepöbeln oder zu stigmatisieren. Wir fordern die rassistischen Rufer auf, ihre peinlichen und beschämenden Äußerungen zu unterlassen und den Fußball nicht als Plattform für ihr rechtes Gedankengut zu benutzen.

Wir appellieren an die große Masse der Dynamofans, sich in Zukunft lautstark und entschieden dagegen zur Wehr zu setzen. Diese Sprüche einiger Idioten schädigen nicht nur massiv den Ruf unseres Vereins, sondern stehen im krassen Widerspruch zu der von Dynamofans erarbeiteten Fancharta, in der sich im vergangenen Jahr klar gegen Rassismus ausgesprochen wurde. Unsere Forderung an den Verein, aber auch an unsere Spieler ist, sich klar gegen Rassismus zu positionieren und ein deutliches und wahrnehmbares Zeichen zu setzen, dass Rassismus im Fußball nichts zu suchen hat.

1953international
Fangemeinschaft Dynamo e.V.



Stellungnahme zur Öffentlichkeitsarbeit des Vereins Wie schon in den beiden vorangegangenen Jahren hatte es sich unsere Gruppe auch in diesem Jahr zum Ziel gesetzt, eine Aktion im Rahmen der antirassistischen europaweiten Aktionswoche von FARE (Football Against Racism in Europe) zu organisieren. Während im Oktober 2006 die Spieler unseres Vereins dem Publikum ein Transparent mit der Aufschrift "Rassismus ist kein Fangesang" (http://1953international.de/bilder/fare2006.jpg) präsentierten und im Stadion Statements der Spieler gegen Rassismus zu hören waren, so konnten wir im darauffolgenden Jahr mit einem antirassistischen Sampler erfolgreich an diese Arbeit anknüpfen und Fußballfans auch über Dresden hinaus mit dem Thema vertraut machen. Auch dank der Arbeit unserer Gruppe hat sich das Bild von Dynamo in der Öffentlichkeit zumindest überregional deutlich zum positiven verändert.

Leider wurde die langfristig für dieses Jahr geplante FARE-Aktion von den Verantwortlichen abgelehnt. Bis zum heutigen Tag hat sich der Verein weder schriftlich, noch telefonisch geäußert, um uns über die Gründe dieser Entscheidung in Kenntnis zu setzen. Wir empfinden das Verhalten der Geschäftsführung von Dynamo Dresden als respektlos gegenüber Fans, die sich seit Jahren ehrenamtlich gegen Rassismus in Fußballstadien engagieren. Wir fordern den Verein dazu auf, uns die Gründe für die bis heute nicht vorliegende Absage zu nennen und uns ihre Vorstellung davon, wie sie in Zukunft mit dem Thema Rassismus umgehen wollen, darzulegen. Gerade in der letzten Zeit hätte ein deutliches Zeichen des Vereins einigen Wind aus den Segeln derer nehmen können, die sich momentan erneut auf den Verein einschießen.

1953international


1953international begrüßt Fancharta

Auf Initiative der Fangemeinschaft Dynamo und der ULTRAS Dynamo wurde eine gemeinsame Erarbeitung der "Fancharta" ins Leben gerufen. Diese regelt die Grundsätze im gegenseitigen Umgang zwischen Fans und Vereinsangestellten. 1953international begrüßt die Charta in ihren einzelnen Punkten und freut sich speziell über die deutliche Abgrenzung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Besonders das übergreifende Erarbeiten der Grundsätze wird von uns befürwortet, da somit ein deutliches Zeichen für die Selbstverständlichkeit eines toleranten Miteinanders und der Ablehnung von Rassismus auch aus den Reihen der Fans und nicht als Diktat gesetzt wird. Wir hoffen, dass sich die klare Positionierung positiv auf die Fanlandschaft auswirken wird.


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